Auf der diesjährigen Cebit nimmt ein Thema einen zentralen Platz ein: Cloud Computing. Cloud Computing an und für sich ist dabei nichts unbedingt neues, gewinnt aber immer mehr an Bedeutung. Deshalb drängt es sich jetzt in den Vordergrund, sozusagen in das kollektive Bewusstsein der Computernutzer.
In der heutigen Zeit benötigt die Welt immer mehr Rechenleistung. Alleine im Bereich der Unternehmen entwickelte sich der Grad der Computerisierung in den letzten Jahren rasant. Praktisch kein Unternehmen kommt mehr ohne Computer aus, sei es nun in der Produktion, der Verwaltung oder der Buchhaltung. Dazu kommt, dass die Rechner der verschiedenen Abteilungen in Unternehmen auch miteinander verbunden sein müssen. Dafür werden Server benötigt. Server sind nicht nur teuer, sie kosten auch Zeit, da sie gewartet und betreut werden müssen. Es muss also mindestens ein Mitarbeiter eingestellt werden, der sich ausschließlich um die Rechenkapazität im Unternehmen kümmert. Durchaus ein Kostenfaktor.
Hier setzen die Anbieter von Cloud Computing an. Cloud Computing bedeutet nichts anderes als eine Auslagerung der Rechenkapazitäten. Die Mitarbeiter eines Unternehmens sitzen zwar an ihren Rechnern, im Haus selbst sind allerdings keine Server vorhanden. Sämtliche Programme kommen aus der Cloud, der „Wolke“. Vergleichbar ist dies mit Strom. Unternehmen produzieren ihn auch nicht selbst. Wird welcher benötigt, kommt er aus der Steckdose. Cloud Computing funktioniert im Prinzip genauso. Wird Rechenleistung benötigt, wird diese von einer Rechenfarm bereitgestellt. Diese besteht aus Hochleistungsrechnern und unzähligen Servern, auf denen die Daten und die gewünschte Software der Kunden liegen. Die Wartung des Systems obliegt dem Cloud Computing Anbieter. Unternehmen, die dessen Dienstleistungen in Anspruch nehmen, müssen sich in dieser Hinsicht um nichts weiter kümmern. Dafür bezahlen sie dem Cloud Computing Anbieter eine Art Miete für dessen Rechenkapazität. Benötigt ein Unternehmen mehr Speicherplatz, etwa weil eine Zweigstelle eröffnet werden soll, stellt dies kein Problem dar. Unternehmen, die nicht auf Cloud Computing zurückgreifen, müssten Rechner und Server kaufen. Ausgaben, die nicht zu verachten sind. Voraussetzung für die optimale Nutzung dieser Dienste ist allerdings eine stabile und schnelle Internetverbindung. Fällt die Verbindung aus, steht im schlimmsten Fall das ganze Unternehmen still. Dieses mögliche Problem und Sicherheitsbedenken bezüglich sensibler Firmendaten lassen einige Unternehmen noch von der Nutzung des Cloud Computings absehen.
Übrigens nutzen nicht nur Firmen und Unternehmen Cloud Computing. Auch ganz normale PC-Nutzer greifen – oft unwissentlich – auf diese Dienstleistung zurück. Wer etwa Fotos, Musik oder andere Daten auf Webspace im Internet hinterlegt, deponiert diese ebenfalls in der „Wolke“.