In einer Einöde ein eigenes Haus zu besitzen, kann sehr schön sein. Immobilien in Einöden haben vor allem einen Vorzug: Es ist kaum Verkehr zu finden. Keine Bahnen und Busse, keine Hauptverkehrsstraße, keine lärmenden Mofas und Motorräder – oder zumindest alles in einem sehr minimalen Bereich, denn ab und an werden die weiter entfernten Nachbarn oder ein Traktor für Unruhe sorgen. Die Abgeschiedenheit ist es, die die Menschen hier so sehr lieben und die in der Regel auch der Grund dafür sind, dass niemand hier wegziehen will.
Probleme entstehen durch die Entfernung von der Zivilisation. Ohne ein Auto eine Immobilie in der Einöde zu bewohnen, ist kaum praktikabel, es sei denn, man wohnt im Einzugsgebiet fahrender Händler, die für die Versorgung mit Lebensmitteln verantwortlich sind. Auch Selbstversorger könnten theoretisch auf ein Fahrzeug verzichten, was aber reell nicht oft der Fall sein dürfte. Zum Bäcker, zum Supermarkt, zum Kleiderkauf, aber auch um Behördengänge zu erledigen und vieles mehr braucht man ein Auto und kann sich eine Wenigfahrer-Autoversicherung gleich einmal abschminken, wenn die Entfernung zum nächsten Ort schon allein mehrere Kilometer beträgt. Wer Kinder hat, die ab und an zu einem Termin gefahren werden müssen, kann ein Lied davon singen, wie wichtig es ist, bei Wind und Wetter, Hitze und Eisesglätte Auto fahren zu müssen.
Sollten berufliche Gründe oder vielleicht auch gesundheitliche Gründe für einen Verkauf der Immobilie sprechen, wird man es schwerer haben, das Haus zu verkaufen, als in einer Ortschaft. Die Infrastruktur eines Ortes beziehungsweise einer Region sind immer auch ein Stück vom Verkaufspreis. Die nächste Grundschule, der Bäcker und ein Tante Emma Laden 5 Kilometer weg, das Gymnasium und der Supermarkt, die Karate Schule und der Yoga Kurs 20 und mehr Kilometer entfernt: Das alles spielt auch beim Wert von Immobilien eine Rolle.