Erholung ist ein Wort, das manche Mütter nicht einmal buchstabieren könnten, würde nicht ihr Gedächtnis noch das Wissen aus der Zeit als kinderlose Frau kennen. Mit jedem Kind nach dem Erstgeborenen nimmt die Arbeit, nehmen die Verpflichtungen zu. Schon mit zwei oder drei Kindern ist man in einem scheinbar nie enden wollenden Kreislauf gefangen: Vom Aufwecken bis zum Zubettgehen ist die Mama Hauptansprechpartner für Sorgen und Nöte, Hauptverantwortliche für Wäsche und Ordnung und nebenbei noch Chauffeur, Terminplaner und Notfalltröster.

Während Frauen ohne Kinder sich Gedanken über Karriere, Mode und Beauty machen, hetzt man von einer Arbeit zur nächsten, immer darauf bedacht, alles bestmöglich für die Kinder und den geliebten Gatten in Ordnung zu halten. Aus den Kindern soll etwas werden; für die Mutter ist meist die einzige geistige Beanspruchung die Hilfe bei den Hausaufgaben; ganz gleich, ob man selbst einmal Abitur gemacht und studiert hat, oder ob man die Schule abgebrochen hat und vergleichsweise wenig Interesse an Bildung hat. Ein gutes Buch lesen: Ja, das ist der Traum, den viele Mütter vor allem kleinerer Kinder haben. Doch am Abend, wenn die Zeit dafür wäre, weil die Racker endlich selig schlummernd im Bett liegen, ist man zu müde dafür.

Es reicht manchmal für eine entspannende Badewanne mit heißem Wasser und auch die Ehe hält man mehr oder minder in Schwung, indem man wenigstens noch ein Stündchen mit dem Ehepartner redet oder kuschelt, doch dann fordert der Körper auch schon seinen Tribut und man schläft auf der Couch ein. Eine Auszeit ist schlecht möglich, denn Kinder kann man nicht einfach ausschalten oder Urlaub von ihnen nehmen. Die Erholung bleibt also die ersten paar Jahre mit den Kindern schlichtweg auf der Strecke. Die Natur hat die Frauen deswegen widerstandsfähig und stark gemacht. Immerhin werden die Kleinen ja auch einmal groß.

Mit jedem Lebensjahr werden sie selbständiger und können sich selbst helfen. Und die meisten Mütter, wenn sie ehrlich sind, könnten auch gar nicht einfach so an ihre eigene Erholung denken, während die Kinder von anderen Menschen – auch den eigenen Eltern oder Schwiegereltern und selbst vom Ehemann allein – beaufsichtigt werden. Immer ist man irgendwie mit den Gedanken beim Nachwuchs – und wie soll dann Erholung funktionieren?